Die 1993 einsetzende erste Initiative von Jagdliteraten, Künstlern, Naturschützern und Wissenschaftlern um Dieter Voth erlebte keinen spontanen Erfolg. Jagdmedien zeigten sich zögerlich, Beiträge von Autoren des Stromberger Kreises zu publizieren. Die Redaktionsleitungen glaubten und glauben noch heute, das geistige Interesse ihrer Leserschaft sei inzwischen so weit von dem entfernt, was Dieter Voth und seiner Gruppe am Herzen liegt, daß man lieber Beiträge zum Hundewesen, zur Ballistik und zu Naturschutzaktionen durch Jäger vorziehen solle, um die Leserschaft nicht mit längst entwöhntem Stofflichen zu vergraulen. Zwar berief der ehemalige DJV-Präsident, Constantin Freiherr Heeremann, den Professor in den DJV-Kulturausschuß. Seine Verweildauer dort aber war nur von kurzer Zeit: Dieter Voth hatte im Zuge der Kandidatenauswahl für den DJV-Kulturpreis die „Stirn“, sie gegen praktizierte, nach seinem Jägerethos unhaltbare, weil n. s. A. unmoralische Verteilungsmechanismen zu zeigen, indem er intervenierte. Grund: Der Ausschuß wählte (wieder einmal) ein Mitglied des Ausschusses selbst zum Preisträger. Daraufhin verzichtete der DJV-Präsident, den unpraktisch sensiblen Medizinprofessor aus Mainz erneut in den Kulturausschuß des Jagdverbandes zu berufen.

Bei der Jahrestagung der Jagdschriftsteller 1995 auf Burg Rheinfels verfasste der bekannte Jagdbuchautor Gert G. von Harling eine Resolution, mit der die Gründung einer Organisation dieser Gruppe auf der Basis des Vereinsrechts erfolgte. Die Akteure glaubten, auf diese Weise ihre Absichten und Zwecke innerhalb der Jägerschaft und zugleich auch innerhalb der Gesellschaft überhaupt besser zum Ausdruck bringen zu können. Es war die Geburtsstunde des FORUM LEBENDIGE JGADKULTUR e.V.

 

Ausdruck der europäischen Leitidee: F L J unterstützt die Arbeit von F A C E

Seit dem 15. Juli 1997 ist das FLJ Mitglied bei dem Dach-
verband der Jagdverbände der Europäischen Gemeinschaft
im Europäischen Haus der Jagd und Natur in Brüssel, dem
Sitz der Hauptgeschäftsstelle von FACE (Fédération des
Associations de Chasseurs de la CE) FACE repräsentiert
in Brüssel bzw. in Strassburg die rund 7 Millionen Jäger
Europas. Durch den Beitritt zum FACE-Club 2000 unter-
stützen wir mit dem FORUM LEBENDIGE JAGDKULTUR
unsere Interessenvertreter auf europäischer Ebene.
Jagdgegner, vor allem die im ideologisch verfassten Tier-
und Naturschutz auftretenden Akteure organisieren sich
bevorzugt auf europäischer Ebene. Sie versuchen einen
Umsturz unserer Leitkultur, indem sie unter Berufung auf
Albert Schweitzer und den austroamerikanischen Philo-
sophen Peter Singer die Axt an ihre Wurzel z.B. durch
Gleichbewertung einer sog. Tierwürde mit der Menschen-
würde setzten. Sie wissen genau, daß von hier aus in das
Naturschutz, Jagd- und Tierrecht des jeweiligen Landes
hinein Einfluß genommen werden kann, weil das europäische Recht bekanntlich Vorrang hat und national umzusetzen ist.

 

Zweck und Ziele des Vereins:

Das FLJ will kreative geistige Tätigkeit als Beitrag zur lebendigen Jagdkultur fördern. Zu den Aktionsfeldern zählen auch alle praktischen Tätigkeiten mit jagdthematischem Bezug in kultureller Absicht. Es soll erwähnt sein, daß Fischer und Angler naturgemäß zu uns gehören. Nach dem Verständnis von Jagdkultur des FLJ umgreift unser Aktionsfeld sowohl den historischen Bereich bis zurück zu der Morgenröte der Jagdkultur, der ersten Kulturform des Menschen. Insoweit ist Jagdkultur aus dem Aspekt von Kulturevolution auch Anthropologie und Psychologie. Darauf bezogen begreift das FLJ kreative, also lebendige Formen aktuellen Kulturschaffens nicht bloß auf das Objekt der Jagd bezogen, sondern ebenfalls auf das Subjekt, den Jäger ausgerichtet. Unser Ziel ist es deshalb, Jagdkultur auf allen relevanten Feldern bewusst und erlebbar zu machen: Von der jagdpraktischen Ebene z. B. mit Fallen und Waffenbau, mit Jagdtouristik, Wildbiologie und Ethologie, Wildprethygiene und Konzepte des Waldbaus, Gesetzgebung und Rechtsprechung, Jagd als Lebensform mit ihrer eminenten Bedeutung für die Emotionalität von Jägern und Nichtjägern.

Jagdkultur richtet ihr Augenmerk vor allem auch auf die Modi der Jagd, auf tierschutzgerechte Ausübung, auf Jagdmoral: Wie geschieht Jagd aus der Wildperspektive. Die Kultiviertheit des Jägers wird deutlich im Ausdruck von Ökosystemgerechtigkeit und nachhaltiger Nutzung, von der Fähigkeit zur Einsfühlung mit dem Tier (z.B. das unabdingbare Bekenntnis zur Nachsuche und zum Tierschutz als Herzenssache) und in der Qualität des Erlebens von Jagd im Kontext der Natur. Die Kultiviertheit des Jägers ist das Gegenteil von Beutegier und Beutegeilheit. Sie zeigt sich in der ehrfurchtsvollen Aufnahme der Jagdkontexte durch die Akteure vom Laufkäfer bis zum Hirsch.

 

Das Wissen um den Kern der Jagd verlangt Öffentlichkeit

Die Ziele des Vereins zwecken darauf ab, das umgreifende Verständnis von Jagd, wie oben näher ausgeführt, in den Handlungszentren der Akteure, oder einfach bloß in ihrem Herzen, aber auch bei Jagdorganisationen und Institutionen bewusst und erfahrbar werden zu lassen. Jagd unter solchem Anspruch als Selbstverpflichtung und subjektive Glückserfahrung, als Lebensform eines gelungenen Lebens nicht bloß erstrebenswert, sondern auch notwendig werden zu lassen ist der vornehmste Beitrag, den der Verein für Jagdkultur und jagende Menschen zu leisten beabsichtigt.

Das FLJ will Jägerinnen und Jäger stärker als dies bisher erfahrbar ist z. B. durch Literatur, Kunst und Beiträge im Interesse einer Wertevermittlung unmittelbar mit gleichartigen, aber anderen Lebensformen in der Gesellschaft in Verbindung bringen, um den Jäger durch seine Jagdkultur für andere gesellschaftlich anzutreffende Kulturformen und sozialen Kommunikationsebenen wieder sympathisch erscheinen zu lassen.

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